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Fechtjacken für historisches Fechten

Fechtjacken

Für das Historischen Fechten eignen sich Fechtjacken, welche den Oberkörper gegen Hiebe und Stiche von Fechtfedern aus Stahl schützen. Die in diesem Artikel vorgestellten Fechtjacken bieten einen relativ guten Schutz bei relativ hoher Beweglichkeit.

Die Axel Pettersson Fechtjacke wiegt rund 2,5 Kilogramm und lässt sich von vorne mit einem Reissverschluss und zusätzlich mit einem überlappenden Klettverschluss schliessen. Brust, Rippen, Schultern und Ellenbogen werden durch zusätzliche Stoffschichten geschützt. Am Kragen ist ein Klingenfänger eingearbeitet.

Fechtjacke für historisches Fechten rot

Die Fechtjacke Axel Pettersson PRO basiert auf der eben vorgestellten Axel Pettersson Fechtjacke und hat ebenfalls einen Klingenfänger am Kragen. An den Ärmeln und im Schulterbereich hat die Fechtjacke abnehmbare Kunststoffprotektoren. Sie erhöhen den Schutz der Arme vor Hieben ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Der Brustbereich wird zusätzlich durch eine mit einem Klettverschluss befestigte Lederschicht geschützt. Die PRO-Version ist rund 1 Kilogramm schwerer als die einfach Axel Pettersson Fechtjacke.

Fechtjacke Axel Pettersson PRO

Der Fechtschule Gdansk Gambeson PRO hat an den Ärmeln und im Schultzerbereich ebenfalls Protektoren aus Kuststoff. Er hat jedoch keinen zusätzlichen Lederschutz im Brustbereich und auch keinen Klingenfänger am Kragen. Die Gambeson wird mit einem starken Reissverschluss zugemacht. Er hat einen engeren Schnitt und eignet sich daher für schmale Leute. Der Gambeson ist etwas schwerer als die Axel Pettersson Fechtjacken.

Für das historische Fechten entwickelter Gambeson der Fechtschule Gdansk

 

Speziell für Damen wurde die Axel Pettersson Damen-Fechtjacke entwickelt und wiegt etwa 2,5 Kilogramm. Auch diese Fechtjacke verfügt am Kragen über einem Klingenfänger. Sie wird von vorne mit einem Reissverschluss und einem zusätzlichen Klettverschluss zugemacht.

Axel Pettersson Fechtjacke für Damen

Die vorgestellten Fechtjacken bieten einen guten Schutz für den Oberkörper beim Sparring mit Fechtfedern. Sie lassen sich über einem Brustschutz für Herren und Damen sowie einem Halssschutz tragen.

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New York Times berichtet über Longpoint Turnier

Die renommierte amerikanische Tageszeitung New York Times berichtete kürzlich über das Longpoint Turnier, Amerikas grösstes Turnier für historisches Fechten. Der Artikel macht deutlich, dass historisches Fechten eine ernst zunehmende internationale Sportart ist, die sich deutlich von Reenactment und Schaukampf unterscheidet. Beim historischen Fechten geht es um Fechten als Kampfsport und nicht um das Rekonstruieren historischer Ereignisse in möglichst authentischer Weise. Die Wettkämpfe sind real, es sind keine Schaukämpfe. Entsprechend wichtig ist beim historischen Fechten die Fechtausrüstung. Wie im klassischen Sportfechten, geht es auch beim historischen Fechten um Geschwindigkeit, technisches Können, Kondition und Geschick.

Zum Bericht Bericht in der New York Times

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Fechtausrüstung für historisches Fechten

Fechtausrüstung

Kluge Köpfe schützen sich. Beim historischen Fechten kommt man zudem ziemlich ins Schwitzen. Eine eigene Fechtausrüstung ist deshalb aus hygienischen Gründen empfehlenswert. Doch welche Fechtausrüstung sollte man sich anschaffen?

Für historisches Fechten geeignete Fechtausrüstung

Zum Schutz des Kopfes wird beim historischen Fechten eine Fechtmaske mit CE-Schutzniveau 2, Maskenbügel, Gummiband und einem FIE konformen Latz mit der vorgeschriebenen Widerstandskraft von 1600 Newton benötigt. Bei der Auswahl der richtigen Grösse ist darauf zu achten, dass die Fechtmaske fest anliegt, nicht wackelt und trotzdem angenehm zu tragen ist. Wir empfehlen Fechtmasken von Allstar und PBT. Diese Fechtmasken können mit einer geeigneten Fechtmaskenpolsterung mit Hinterkopfschutz ergänzt werden. Der Hinterkopfschutz wird über die Fechtmaske gestülpt und bietet einen zusätzlichen Schutz von oben, der Seite sowie den Hinterkopf und den Nackenbereich.

Fechtmaske mit Hinterkopfschutz von Allstar
Fechtmaske (CE 2/1600N) mit Hinterkopfschutz von Allstar

Wer nicht nur Schaukampf macht und wirklich kämpft, der sollte unbedingt auch seinen Hals schützen. Wir empfehlen hier einen Halsschutz von Allstar oder PBT. Der Halsschutz von PBT schützt zusätzlich auch die Schlüsselbeine.

Halsschutz von Allstar für historisches Fechten
Halsschutz von Allstar

Der Brustkorb sollte mit einem Brustschutz vor Stichen und Hieben geschützt werden. Natürlich gibt es auch eine Version für Damen.

Brustschutz
Brustschutz

Damit auch der Rest des Oberkörpers möglichst frei von Verletzungen bleibt, sollte zudem eine für historisches Fechten geeignete Fechtjacke getragen werden. Die beim klassischen Sportfechten verwendeten Fechtjacken sind für das historische Fechten untauglich. Wir empfehlen historischen Fechtern die Fechtjacken und Gambesons von SPES. Die Axel Pettersson Fechtjacke PRO verfügt über Protektoren aus Kunststoff, einen zusätzlichen Brustschutz aus Leder und einen Klingenfänger im Halsbereich.

Fechtjacke
Fechtjacke Axel Pettersson PRO

Einen besonderen Schutz beim historischen Fechten benötigen die Hände. Dabei gilt es einen Kompromiss  zwischen dem bestmöglichsten Schutz der Hände zu finden ohne dabei die Handhabung der Waffe wesentlich zu beeinträchtigen. Besonders gut bewährt haben sich hier die Fechthandschuhe von Sparring Gloves und SPES. Wer Fingerhandschuhe vorzieht, kann die Fechthandschuhe von Black Lance und Red Dragon verwenden. Die Fingerhandschuhe von Black Lance haben wir im Shop nicht im Angebot, sie können aber auf Anfrage über den Shop bestellt werden. Es muss dabei jedoch mit einer mehrmonatigen Lieferfrist gerechnet werden, da diese Handschuhe in den USA massgeschneidert hergestellt werden, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Ausserdem verlangt der Hersteller Black Lance eine Vorauszahlung von USD 50.00.

Sparring Gloves Special
Sparring Gloves

Zum Schutz des Unterleibs sollten Männer unbedingt einen Tiefschutz tragen. Dies damit das Schlimmste verhindert wird, sollte einmal ein Schlag oder ein Stich mit dem Schwert in der Region von Weichteilen zwischen die Beine gehen. Ausserdem ist ja beim historischen Fechten auch Nahkampf möglich, was nicht ausschliessen lässt, dass auch einmal ein Knie zum Einsatz kommt. Die Kosten für einen Tiefschutz halten sich in Grenzen und es lohnt sich wirklich sich so einen anzuschaffen.

Tiefschutz für historisches Fechten
Tiefschutz für historisches Fechten

Als zusätzlicher Schutz für den Unterleib bietet sich als Ergänzung noch ein Waffenrock an.

Gepolsteter Waffenrock (Ansicht von hinten)
Gepolsteter Waffenrock (Ansicht von hinten)

Eine umfassende Fechtausrüstung beinhaltet natürlich auch Fechthosen. Für das historische Fechten eignen sich gepolsterte Fechthosen. Gute Fechthosen hat SPES im Angebot. Sie verfügen über Schaumstoff-Polster in der Oberschenkelregion und sind im Bereich der Kniegelenke mit Steppstoff verstärkt. Ausserdem lässt sich an den Hosen ein dazu passender Knieschutz anbringen. Auf einen solchen sollte den Knien zuliebe ebenfalls nicht verzichtet werden.

Fechthose schwarz
Gepolsterte Fechthose für historisches Fechten von SPES

An den Fechthosen von SPES lässt sich der im folgenden Bild gezeigte Knieschutz anbringen.

Knieschutz
Knieschutz von SPES

Passend zu den Fechthosen haben wir geeignete Fechtsocken im Angebot.

Fechtsocken
Fechtsocken von SPES

Um Schienbeine und Waden zu schützen bietet sich der Schienbein- und Wadenschutz VECTIR an.

Schienbeinschoner
Schienbein- und Wadenschutz Vectir

Für die Füsse empfehlen wir die Fechtschuhe D’ARTAGNAN IV von adidas.

Fechtschuhe D’ARTAGNAN IV von adidas
Fechtschuhe D’ARTAGNAN IV von adidas

Wer gut ausgerüstet ist, benötigt natürlich auch noch eine gute Fechtwaffe. Das können Trainingswaffen aus Kunstoff, Holz und Stahl sein. Für Turniere werden Fechtfedern benötigt. Eine gute Fechtfeder ist die PBT-Fechtfeder von Peter Regenyei.

Fechtfeder von PBT, hersgestellt von Regenyei
PBT-Fechtfeder für historisches Fechten
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Europäisches Langschwert ist Katana überlegen

Das japanische Langschwert „Katana“ ist für seine aufwändige Herstellung und schärfe bekannt und wird deswegen gerne als ultimatives Schwert in den Himmel gerühmt. Zu Recht? Nein, denn es kommt nicht nur auf die Schärfe an.

Die spezielle Herstellung des japanischen Langschwerts begründet sich auf der minderwertigen Stahlqualität, die den Japanern zur Verfügung stand. Trotz des aufwendigen Herstellungsverfahrens für japanische Schwerter, stehen ihnen europäische Schwerter in nichts nach. Im Gegenteil, sie scheiden im Test sogar besser ab, wie der folgende Dokumentarfilm zeigt:

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Grundlagen der Deutschen Fechtschule im Schwertkampf

Der Schwertkampf mit dem langen Schwert nach der Deutschen Fechtschule basiert auf den folgenden vier Säulen:

  • den drei Wundern
  • den vier Grundhuten
  • den fünf Meisterhauen
  • den fünf Wörtern

Die drei Wunder:
Die drei Wunder bezeichnen die grundlegenden Anwendungen, für die man ein Schwert gebrauchen kann. Mit einem Schwert kann man „HAUEN“, „SCHNEIDEN“ und „STECHEN“.

Die vier Grundhuten:
Eine Hut ist eine Grundstellung im Schwertkampf, welche den Gegner direkt oder indirekt bedroht. Die Bezeichnung „Hut“ stammt wahrscheinlich aus der Redewendung „auf der Hut sein“, denn das sollten die beiden gegenüberstehenden Kontrahenten sein. Die Kontrahenten stehen sich im Schwertkampf gegenüber und lauern sich mit verschiedenen Huten auf. Die Deutsche Schule basiert auf den vier Huten „ALBER“ (1), „VOM TAG (2)“, „OCHS“ (3) und „PFLUG“ (4). Neben diesen Huten gibt es noch weitere Huten wie die Nebenhut, der Schrankhut, der Schlüssel, das Einhorn, der Hangetort, der Langort und die Wechselhut.

Huten
Die vier Grundhuten beim Fechten mit dem langen Schwert

Die fünf Meisterhaue

Grundsätzlich werden von oben geführte Hiebe im Schwertfechten als „Oberhau“, horizontal auf Bauchhöhe geschlagene Hiebe als „Mittelhau“ und von unten geführte als „Unterhau“ bezeichnet. Die fünf Meisterhaue sind ausgefeiltere Techniken, die je Lage im Kampf eingesetzt werden können um die Oberhand zu gewinnen. Die fünf Meisterhaue sind „der Zornhau“, „der Scheitelhau“, „der Schielhau“, „der Zwerchhau“ und „der Krumphau“.

Der Zornhau ist ein kräftig geschlagener Hau von rechts oben nach links unten oder von links oben nach rechts unten. Beim Ausüben des Schlags im ersten Fall wird ein Schritt mit dem rechten Bein und im zweiten Fall ein Schritt mit dem linken Bein nach vorne gemacht. Er wird von den Huten „Ochs“, „vom Tag“, „Pflug“ und „Nebenhut“ geschlagen.

Zornhau
Zornhau gegen Stich / Quelle: Fechtbuch von Paulus Hector Mair

Der Scheitelhau wird aus den Huten „vom Tag“ und „Pflug“ geschlagen. Er wird gegen die Hut „Alber“ und Angriffe auf die Beine eingesetzt. Der Scheitelhau bricht die Hut „Alber“!

Scheitelhau
Scheitelhau gegen Alber / Quelle: Fechtbuch von Paulus Hector Mair

Der Zwerchhau wird aus den Huten „Ochs“, „vom Tag“, „Pflug“ und „Nebenhut“ geschlagen. Der Zwerchhau bricht die Hut „vom Tag“. Der folgende Film zeigt den Zwerchau in der praktischen Anwendung:

Der Schielhau kann aus allen Huten geschlagen werden. Er wird eingesetzt um den Angriff eines Gegners zu kontern. Er eignet sich um kraftvolle Fechter abzuwehren.  Der Schielhau bricht die Huten „Pflug“ und „Langort“.

Der Krumphau kann gegen einen Oberhau als auch gegen einen Unterhau eingesetzt werden. Er wird gerne mit einer Scheibenwischer-Bewegung verglichen, mit welcher die gegnerische Klinge weggeschlagen wird. Der Krumphau bricht die Huten „Ochs“ und „Langort“.

Die fünf Wörter

Die zwei Wörter für die Schwertklinge sind „Schwäche“ und „Stärke“. Wobei hintere Teil der Schwertklinge vom Kreuz bis etwa zur Mitte als Stärke und der vordere Teil ab der Mitte bis zum Ort als Schwäche bezeichnet wird.

Die übrigen drei Wörter sind „VOR“, „INDES“ und „NACH“. Diese Wörter stehen für die zeitliche Koordination, auf Englisch das Timing, von Aktionen im Schwertkampf. Ein Schwertkämpfer sollte im Kampf darauf achten, dass er im „VOR“ ist. Der Fechter im „VOR“ agiert, der Kämpfer im „NACHT“ reagiert. „INDES“ bedeutet gleichzeitig.  Wer im „NACH“ ist, sollte mit „INDES-Techniken“ versuchen das Blatt zu wenden. Beispiel: Der Kontrahent im „VOR“ greift mit einem Oberhau an, der Kontrahent im „NACH“ reagiert indem er mit einem Schielhau den Oberhau bricht und kontert.

Noch etwas: Beim Fechten immer zum Mann und nicht zur Waffe schlagen.

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Swiss HEMA Gathering

Zum vierten Mal infolge findet im November 2014 das Swiss HEMA Gathering statt. Diese Versammlung von Schweizer Schwertkampf-Enthusiasten findet seit 2011 einmal pro Jahr statt. Der Veranstalter ist der Schweizer Verband für Historische Europäische Kampfkünste. HEMA ist übrigens die Abkürzung für Historical European Martial Arts.

Neben Workshops für Schwertkampftechniken findet an der Veranstaltung auch ein zweitägiges Schwertkampfturnier mit dem Langschwert statt. Dabei wird mit Fechtfedern aus Stahl gekämpft, was viel Action verspricht.

Swiss HEMA Gathering
BILD: SWISS HEMA GATHERING 2013

Datum und Ort der Veranstaltung:

Das Swiss HEMA Gathering findet am 15. und 16. November 2014 ab 9.00 Uhr in  der Sporthalle MZA an der Holzgasse in Urtenen-Schönbühl im Kanton Bern statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Veranstalter.

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Schwertkampf mit Trainingswaffen von Cold Steel

Mithilfe der Trainingswaffen von Cold Steel können Sie grundlegende Schwertkampf-Techniken erlernen ohne sich dabei einer erheblichen Verletzungsgefahr auszusetzen. Für das Erlernen von historischen europäischen Schwertkampf- und Fechttechniken eignen sich das Langschwert, das Schwert , das Gladius, die Streitaxt, die Trainingsdolche und der Buckler von Cold Steel.

Für das Erlernen der Grundtechniken im Schwertkampf mit dem Langschwert eignet sich das Anderthalbhänder Schwert von Cold Steel. Es hat eine Gesamtlänge von 110 cm und besteht aus robustem und beständigem Polypropylen.

Trainingsschwert
Anderhalbhänder Schwert von Cold Steel

Das Schwert von Cold Steel besteht aus demselben Material wie das Langschwert und hat eine Gesamtlänge rund 99 cm. Es ist robust und eignet sich sehr gut für das Erlernen von Grundtechniken für den Schwertkampf mit dem einhändig geführten mittelalterlichen Schwert.

Trainingsschwert
Schwert von Cold Steel

Auch der Buckler von Cold Steel, also der Faustschild, besteht aus stabilem Polypropylen. Er ist die passende Ergänzung zum Schwert von Cold Steel.

Buckler
Buckler

Wie im Mittelalter mit Schwert und Buckler gekämpft wurde, dokumentiert das Manuskript I 33, ein Fechtbuch aus dem 14. Jahrhundert. Anbei eine Darstellung aus diesem Fechtbuch:

Schwertkampf mit Buckler
Das Manuskript I. 33 gilt als ältestes bekanntes Fechtbuch Europas

Der folgende Film demonstriert eindrücklich die Stabilität der Trainingswaffen von Cold Steel:

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Red Dragon Fechthandschuhe

Red Dragon Fechthandschuhe

Die Red Dragon Fechthandschuhe sind speziell  für das historische Fechten entwickelte Fingerhandschuhe. Die Finger werden aussen durch überlappende 4mm dicke Kunstfoffplatten aus Microfasern und innen mit  einer Schlag dämpfenden Schaumstoffpolsterung von 10mm dicke geschützt.  Die Fechthandschuhe bieten bei einem relativ guten Schutz eine hohe Flexibilität und ermöglichen eine gute Waffenführung.  Sie wurden primär zum Schutz gegen synthetische Sparring Waffen wie die Rawlings Proline Xtreme Sparring Schwerter entwickelt und sind auch für das Sparring mit dem Shinai geeignet. Einige historische Fechter verwenden sie auch für das Fechten mit Fechtfedern aus Stahl.

Fechthandschuhe
Fechthandschuhe von Red Dragon

Für das Fechten mit Fechtfedern sind die Fingerhandschuhe von Red Dragon jedoch nur bedingt geeignet. Die Red Dragon Fechthandschuhe können mit einem zusätzlichen Fingerkuppenschutz bzw. Fingerschutzkappen kombiniert werden, was insbesondere beim Fechten mit Fechtfedern empfehlenswert ist.

Hergestellt wurden die Red Dragon Fechthandschuhe in China. Sie sind daher vom Preis im Vergleich zu anderen Fechthandschuhen relativ preiswert.

Im folgenden Video ist ein Testbericht zu den Red Dragon Fechthandschuhen von Matt Easton von der Schola Gladitora zu sehen:

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Schwert mit Klinge aus Aluminium

Schwert

Ein Schwert aus Aluminium hat eine etwa 6 mm breite Schlagkante und einen abgerundeten Ort. Es ist gut ausbalanciert, liegt gut in der Hand und kommt vom Gewicht her Schwertern aus Stahl relativ nahe.

Schwert aus Aluminium mit Hohlkehle

Schwert

Langschwert aus Aluminium mit Hohlkehle

Schwert aus Aluminium mit Hohlkehle
Lang-Schwert aus Aluminium mit Hohlkehle

Schwerter aus einer Aluminiumlegierung werden beim historischen Fechten für das technische Training eingesetzt. Sie sind robust und haben damit eine lange Lebensdauer. Darüber hinaus hat eine Aluminium-Klinge gegenüber Stahlklingen den Vorteil, dass sich die Schartenbildung beim Fechttraining in Grenzen hält. Die Klingen sind jedoch anders als z.B. bei Fechtfedern aus Stahl nicht flexibel. Weshalb Alu-Waffen aus Sicherheitsgründen nicht für das Sparring sondern nur für den Waffendrill verwendet werden sollten.

Es gibt Aluminium Schwerter mit Hohlklinge und solche ohne Hohlkehle. Wobei die Schwerter ohne Hohlkehle etwas schwerer sind.

Langschwert aus Aluminium ohne Hohlkehle

Aluminium-Schwert ohne Hohlkehle
Lang-Schwert aus Aluminium ohne Hohlkehle

Aluminium ist ein häufig vorkommendes Metall, welches in der Natur überwiegend in gebundener Form vorkommt. Es wird hauptsächlich aus dem Aluminium-Erz Bauxit gewonnen. Die Herstellung von Aluminium erfolgt durch Schmelzflusselektrolyse und benötigt relativ viel Energie und hohe Temperaturen.

Eigenschaften von Aluminium

Aluminium ist ein relativ weiches und zähes Metall, wobei seine Eigenschaften mit Legierungen modifiziert werden können. Aluminiumlegierungen mit Magnesium, Silicium und anderen Metallen erreichen mit Stahl vergleichbare Festigkeiten.

Im Mittelalter dürften nach heutigem Kenntnisstand keine Aluminium-Waffen eingesetzt worden sein. Aluminium dürfte damals noch unbekannt gewesen sein. Ausserdem bedarf es einer aufwendigen Herstellung. In Europa kam es erst zu Beginn des 19. Jahrhundert auf.

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Fechten mit dem zweihändig geführten Langschwert

Dass Fechten nicht gleich Fechten ist, zeigen die wesentlich verschiedenen Techniken zwischen zweihändig und einhändig geführten Schwertern. Zweihändig geführte Fechttechniken kamen beim Einsatz von zweihändig geführten Anderthalbhändern und Zweihandlangschwertern zum Einsatz.

Was ist ein Langschwert?

Mit der Bezeichnung Langschwert werden Schwerter mit einer langen Klinge von Schwertern mit einer kurzen Klinge, den sogenannten Kurzschwertern unterschieden. Langschwerter lassen sich in vier Typen einteilen. Einhändig geführte Langschwerter, einhändig geführte Langschwerter mit verlängertem Griff, zweihändig geführte Langschwerter mit langem Griff und zweihändig geführte Langschwerter enormen Ausmasses.

Zu den einhändig geführten Langschwertern gehören die römischen Spathae und daraus entwickelte frühmittelalterliche Schwerter. Das nachfolgende Bild zeigt vier römische Tetrachen zwischen Ende des 3. und anfangs des 4. Jht. nach Christus, die mit einem Spatha, einem römischen Langschwert, bewaffnet sind. Das Gladius war das römische Kurzschwert, welches unter anderem den Gladiatoren ihren Namen gab und von römischen Infanteristen eingesetzt wurde.

Spatha
Portrait der vier Tetrarchen Galerius, Constantius, Augusti Diokletian und Maximian.

Zu den einhändig geführten Langschwertern mit verlängertem Griff gehören die sogenannten Anderthalbhänder. Es handelt sich dabei um eine Mischform zwischen einhändig und zweihändig geführten Fechtwaffen, die in der Regel einhändig geführt wurden, es aber auch erlaubten mit beiden Händen zu fechten. Diese Waffen konnten im Gegensatz zu zweihändig geführten Fechtwaffen von berittenen Kriegern eingesetzt werden.

Anderthalbhänder
Anderhalbhänder Flamberg

Die zweihändig geführten Langschwerter mit langem Griff wurden, wie das römische Kurzschwert vorwiegend von Infanterieeinheiten eingesetzt. Wobei die beidhändig eingesetzte Fechtwaffe keine Verwendung eines Schildes ermöglichte. Die zweihändig geführten Langschwerter dürften sich im 14. Jahrhundert aus den bereits zuvor existierenden Anderthalbhändern entwickelt haben. Wie das folgende Bild zeigt, erfordert das Fechten mit zwei Händen eine komplett andere Technik als das Fechten mit einhändig geführten Fechtwaffen.

Historisches Fechten
Fechten mit dem Zweihänder

In der Renaissance tauchten dann Zweihandschwerter enormer Grösse auf, die sogenannten Bidenhänder. Diese Schwerter wurden ähnlich wie eine Hellebarde als sogenannte Gassenhauer gegen feindliche Pikeniere eingesetzt. Die Kampftechnik dieser zweihändig geführten Fechtwaffen unterscheidet sich wiederum wesentlich von derjenigen der zweihändig geführten Langschwerter des Spätmittelalters. Der folgende Film zeigt zu was solche Riesenschwerter fähig sind.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_hfLZozBVpM[/youtube]

Wobei die kleineren Zweihänder des Mittelalters nicht unterschätzt werden sollen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-SOz9WTpo_U[/youtube]

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Sparring Schwerter

Beim historischen Fechten werden zu Trainingszwecken und bei Wettkämpfen stumpfe und flexible Sparring Schwerter verwendet. Das können stumpfe Schwerter und Fechtfedern aus Stahl, Schwerter aus Holz, Bambus und Kunststoffschwerter sein.

Fechtfedern aus Stahl

Fechtfedern aus Stahl kommen beim fortgeschrittenen Sparring und bei Turnieren zum Einsatz. Wie Bilder aus alten Fechtbüchern dokumentieren, wurden Fechtfedern aus Stahl bereits im Mittelalter eingesetzt.

Fechtfeder
Turnier Fechtfeder von Peter Regenyei

Schwerter aus Kunststoff

Ebenfalls beliebt beim Sparring sind die Sparring Schwerter der Red Dragon Armoury. Sie bestehen aus schlagfestem Kunststoff und haben am vorderen Drittel der Klinge eine flexible Spitze um Stiche abzufedern. Damit haben Sie gegenüber ebenfalls beim Sparring verwendeten japanischen Bambusschwertern, sogenannten Shinais, einen entscheidenden Vorteil. Das Langschwert aus Kunststoff ist schwerer als ein Shinai, man kann mit ihm saubere Hiebe ausführen und es hat eine längere Klinge. Auch bei Schwertern aus Kunststoff ist Schutzbekleidung notwendig um Verletzungen zu vermeiden. Um das Gewicht der Kunststoffschwerter zu erhöben und damit die Balance zu verbessern, können sie mit einem Stahlknauf und einer Parierstange aus Stahl ausgestattet werden.

Rawlings Proline Xtreme Sparring Langschwert Langschwert Rawlings Proline Xtreme Sparring Schwert Schwert Rawlings Proline Xtreme Sparring Korbschwert Korbschwert Der Vorteil der Kunststoffschwerter der Red Dragon Armoury ist, dass sie zerlegbar sind und mit verschiedenen Komponenten zusammengesetzt werden können. So ist es möglich aus einem Schwert ein Korbschwert zu machen. Ebenfalls können der Griff des Langschwerts und des Schwerts mit einem längeren Knauf ergänzt werden.  So wird dem einhändig geführten Schwert ein Anderhalbhänder auch Bastardschwert genannt. Ebenfalls kann beim Langschwert und beim Schwert ein Knauf aus Stahl und eine Parierstange aus Stahl montiert werden. Dadurch erhöht sich das Gewicht der Schwerter, was zu einer besseren Balance führt und die Handhabung verbessert. Die Zerlegbarkeit macht es auch einfach abgenutzte Teile zu ersetzen. So können z.B. durch intensives Training abgenutzte alte Klingen problemlos mit neuen ersetzt werden ohne dabei ein neues Schwert kaufen zu müssen.

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Johann Liechtenauer

Johann Liechtenauer war ein deutscher Fechtmeister des 14. Jahrhunderts. Über das Leben von Johann Liechtenauer ist wenig bekannt. Er soll sich selber als weitgereister und erfahrener Mann bezeichnet haben, der die Kunst des Fechtens bis ins Detail beherrscht. Wie er selber gesagt haben soll, habe er sein Wissen nicht selber erfunden, sondern lediglich verstreutes Erfahrungswissen mit vielen Regeln zu einer Kunst zusammengetragen.

Die Kunst des Fechtens mit dem Langen Schwert hatte sich schon vor Liechtenauers Lebenszeit entwickelt und wurde schon vor seiner Zeit von wandernden Fechtmeistern in Europa verbreitet. Liechtenauer war also nicht der erste Fechtmeister, der Fechten mit dem langen Schwert lehrte. Er ist aber der älteste heute noch bekannte Fechtmeister einer Fechtschule. Dies nicht zuletzt, weil sich spätere Fechtmeister in ihren Schriften auf ihn und seine Lehre bezogen haben. Paulus Kal erwähnt sogar eine Gesellschaft Liechtenauers, weshalb Liechtenauer heutzutage von vielen als Begründer der deutschen Fechtschule angesehen wird. Von Liechtenauer selbst sind allerdings keine Schriften bekannt. Die älteste bekannte Schrift, in der Liechtenauer erwähnt wird, ist der Codex MS 3227a, auch Döbringer Codex genannt. Es handelt sich dabei um eine Sammelschrift aus dem Jahr 1389, die vom geistlichen Hanko Döbringer zusammengetragen wurde.

Doebringer Codex
Codex Doebringer / Manuskript 3227a

Eine weitere Schrift, die sich auf Johann Liechtenauers Lehre bezieht, ist eine Schrift mit dem Titel „hie hept sich an die ritterlich Kunst des langen Schwerts“, die von Sigmund Ringeck, dem Schirmmeister des bayrischen Herzogs Albrecht III. kommentiert wurde.

Sigmund Ringeck
Codex Ringeck / Manuskript Dresden C 487

Im Fechtbuch von Paulus Kal ist von „Liechtenauers Gesellschaft“ die Rede. Das Buch gibt Auskunft über 16 namentlich genannte Fechtmeister, die Kal der Fechtschule bzw. der Gesellschaft von Johann Liechtenauer zuordnete.

Paulus Kal
Cgm 1507 von Paulus Kal

Die 16 von Paulus Kal aufgelisteten Fechtmeister, die er zur Gesellschaft von Johann Liechtenauer (übrigens auch Hans Liechtenauer genannt) zählte:

  • Peter Wildhans von Glatz
  • Peter von Danzig
  • Hans Spindler von Znaym
  • Lamprecht von Prag
  • Hans Seydenfaden von Erfurt
  • Andres Liegnitzer
  • Jacob Liegnitzer, dessen Bruder
  • Sigmund Amring (Ringeck)
  • Hartmann von Nürnberg
  • Martin Hundsfeld
  • Hans Pegnitzer
  • Philips Perger
  • Virgil von Krakau
  • Diethrich Degen Fechter von Braunschweig
  • Ott Jud, Ringer in Österreich
  • Hans Stettner von Mörnsheim

Hans Stettner gilt als Lehrmeister von Paulus Kal.